Die inzwischen schon 16. Kleidersammlung organisiert zurzeit der Arbeitskreis Heiligenstadt und sorgt damit für Nachschub in der Kleiderkammer. Noch bis zum Montag, 9. Mai, wird unter dem Motto "Heiden und Heiligenstadt unterstützen Straßenkinder in Rumänien und Flutopfer in Indien" gesammelt.

Gut erhaltene Sommer- und Winterkleidung sowie Schuhwerk, Bett- und Tischwäsche werden von der Frauengruppe, die die Kleiderkammer im thüringischen Heilbad betreibt, gern angenommen. Willkommen sind ferner funktionstüchtige Nähmaschinen für Schulen in Rumänien. Sammelstellen in Heiden sind wieder die Schulen, Kindergärten, Banken und hauptsächlich der Bauhof der Gemeinde (Bahnhofstraße) zu den jeweiligen Öffnungszeiten.

Nach Abschluss der Sammlung werden die Spenden per Lkw nach Heiligenstadt gebracht. Dort sortieren die Frauen der Kleiderkammer die Ladung und bereiten Spenden für den Weiterverkauf auf. Kleidungsstücke, die nicht mehr getragen werden können, gehen in die Wiederverwertung. So schließe sich der Kreislauf, heißt es.

Die Kleiderkammer in Heiligenstadt ist sozialer Treffpunkt. Dort besteht die Möglichkeit, sich für ein paar Euro einzukleiden und das Gespräch mit Mitbürgern zu suchen. Die sehr hohe Arbeitslosigkeit führe dazu, dass die Kleiderkammer für viele Menschen wichtig sei. An besonders Bedürftige werden die Kleidungsstücke kostenlos abgegeben, ansonsten für geringes Entgelt verkauft.

Besonders erfreut seien die Frauen der Kleiderkammer jedes Mal über die Spendenfreudigkeit der Heidener und die Qualität ihrer Kleiderspenden. "Der Erfolg des Projektes liegt darin, dass nicht nur die Empfänger der Kleidungsstücke Hilfe erfahren, sondern darüber hinaus vielen Menschen mit dem Erlös geholfen werden konnte und kann", sagt Ludger Jacobs vom Arbeitskreis. So soll ein Großteil der Einnahmen für Straßenkinder in Rumänien verwandt werden. Die Heiligenstädter Schulschwestern sorgen für die Betreuung der Kinder in Schmai (Rumänien).

Ein weiterer Teil wird für ein Hilfsprojekt in Indien benötigt. Der Rest der Verkaufserlöse wird wie bisher für soziale Einrichtungen und besonders Bedürftige in und um Heiligenstadt gebraucht. So hilft jede Kleiderspende gleich doppelt. Der erste Transport war übrigens am 6. April 1990. Regelmäßig rollt seither ein Lkw mit Textilien nach Thüringen.

Zur Erinnerung: Im Dezember 1989 signalisierten der damalige Bürgermeister Heinz Schlatjan sowie Gemeindedirektor Ernst Heiming dem Bürgermeister des Heilbads Interesse an partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Im März 1991 erfolgte in Heiden die Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages zwischen den beiden Kommunen, nachdem zuvor ein Arbeitskreis gegründet worden war. Vereine, Verbände, Schulen und andere Einrichtungen gehören ihm an. Geldspenden für Straßenkinder in Rumänien werden bei der Volksbank Heiden entgegen genommen (Kontonummer 9890900). Infos: Ludger Jacobs " auch über Patenschaften zu Kindern, Tel. 991211 (dienstlich) oder 1345.


 

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