Schneller Opa wird zum Fan


Mit Blaulicht und Martinshorn rückte die Freiwillige Feuerwehr zu einem besonderen Einsatz aus. Mit vier Wagen und der kompletten Mannschaft sah es nach einem Großeinsatz aus. Wer dann noch sah, dass eine Tankstelle Ziel der Truppe war, der ahnte Böses. Doch weit gefehlt. Denn die Kameraden holten ihren Kollegen Hermann Klöpper zum letzten Einsatz ab. Seit 38 Jahren versieht der „schnellste Opa aus Heiden“ seinen Dienst bei der Heidener Wehr. Doch mit dem 60. Lebensjahr ist auch für den Goldjungen – Klöpper war mit bei der Feuerwehrolympiade in Finnland – Schluss. „Das ist die Altersgrenze bei der Feuerwehr“, erklärte Gemeindebrandinspektor Johannes Thesing. Mit einem dreifachen „Gut Schlauch“ dankten die Mitglieder der Feuerwehr ihrem Mitglied für dessen engagierten Einsatz. Doch ehe Klöpper, der in wenigen Tagen 60 Jahre alt wird, den verdienten Feuerwehrruhestand genießen konnte, musste er ein weiteres Mal in den roten Wagen klettern. Der brachte ihn zu seinem letzten Dienst ins Gerätehaus: Dort fand eine Schulung zum neuen Verkehrsrecht statt. „In den 60-er Jahren fehlten der Feuerwehr Fahrer, die mit dem Führerschein der Klasse zwei Tankwagen steuern konnten“, antwortete Klöpper auf die Fragen, wie er zur Feuerwehr kam. Der damalige Wehrführer Rolf Baltruschat habe ihn gewonnen. „Klöppers Fertigkeiten und Wissen als Kfz-Meister kamen der ganzen Mannschaft zugute“, lobt der heutige Wehrführer Thesing. Er sei Tag und Nacht zur Stelle gewesen, ob man nun Kraftstoffe gebraucht oder es technische Probleme gegeben habe. Der Mann, der nun Mitglied der Altersabteilung wird, hat in vielen Notsituationen geholfen. Natürlich hat er noch Bilder vor Augen, als Gehöfte in Flammen aufgingen, Menschen und Tiere gerettet werden mussten. An vorderster Stelle war er im Einsatz, als im Ortskern zwei Busse zusammenstießen, und der eingeklemmte Fahrer geborgen werden musste. Besonders schätz Klöpper den Kameradschaftsgeist. Deshalb scheidet er mit Wehmut als Aktiver aus.

Quelle: Borkener Zeitung