Großübung für Feuerwehr und Rettungsdienst


Am 12.09.2009 wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Heiden eine Großübung von Feuerwehr und Rettungsdienst durchgeführt. Der Termin sowie die Übungslage wurden den beteiligten Organisationen im vor hinein nicht bekannt gegeben. Im Rahmen dieser Übung sollte die Zusammenarbeit von Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und Feuerwehr geübt werden. Bei dieser Übung ist eine erhöhte Anzahl von Verletzten und Betroffenen (ca. 70 Personen) behandelt, betreut sowie zu einem Krankenhaus abtransportiert worden. Eingebunden wahren die gesamte Feuerwehr Heiden, der Löschzug Groß Reken mit ELW1, HLF 20/16, RW1 und die Feuerwehren und Hilfsorganisationen des Kreises Borken, die für den Aufbau und den Betrieb eines Behandlungsplatz 50 NRW (BHP 50 NRW) sowie den Abtransport der Verletzten benötigt werden. Rettungshubschrauber wurden nicht in die Übungslage nicht eingebunden.

Angenommene Lage:

Am 12.09.2009 kommt es auf der BAB 31 um ca. 9:33 Uhr zu einem folgenschweren Busunglück. Ein mit ca. 54 Jugendlichen besetzter Reisebus kollidiert auf dem Rastplatz Im Elwen in Fahrtrichtung Bottrop mit einem LKW und einem PKW. Der Bus war aufgrund eines technischen Defektes mit zu hoher Geschwindigkeit auf den Rastplatz gefahren, ist ins Schleudern gekommen und hier mit einem LKW und einem PKW kollidiert. In dem Reisebus sind die Jugendlichen zum Teil eingeklemmt und schwer verletzt, in dem PKW, der auf der Seite liegt, sind 3 Personen eingeklemmt und schwer verletzt. Durch umher fliegende Trümmerteile sind Passanten, die sich auf dem Rastplatz befinden, verletzt worden. Insgesamt sind 70 Personen behandlungs- und betreuungspflichtig, davon 17 Patienten Kategorie rot (Lebensgefährlich Verletzt), 19 gelb (Schwer Verletzt) und 34 Patienten Kategorie Grün(Leicht Verletzt).

Alarmierung:

Um ca. 9:35 Uhr ging auf der Feuer- und Rettungsleitstelle des Kreises Borken ein Notruf über einen Verkehrsunfall bei Kilometer 26,5 auf dem Rastplatz Im Elwen in Fahrtrichtung Bottrop ein. Ein ausländischer Mitbürger, der sehr schlecht Deutsch spricht, meldet sehr aufgeregt einen Verkehrsunfall mit verletzten Personen. Von dem Notruf annehmenden Disponent ist durch die Abfragung nur herauszubekommen, dass es sich um zwei beteiligte Fahrzeuge und mehrere schwer verletzte Personen handeln muss. Auch ist nicht auszuschließen, dass noch eine Person eingeklemmt ist. Der Disponent alarmiert darauf 3 RTW und 2 Notärzte sowie die Feuerwehr Heiden mit dem Stichwort VU_P_Klemm mehre Personen verletzt. Um ca. 9:40 Uhr gehen auf der Feuer- und Rettungsleitstelle des Kreises Borken weitere Notrufe ein. Jetzt wird geschildert, dass bei dem Verkehrsunfall ein Reisebus mit einem LKW und einem PKW zusammen gestoßen sind. Der PKW ist nach der Kollision mit dem Bus umgestürzt. Die Anrufer berichten weiter, dass sich in dem Reisebus noch eine unbekannte Anzahl von Personen befindet, die zum Teil schwer verletzt sind und im PKW mehrere Personen eingeklemmt sind. Außerhalb der Fahrzeuge befinden sich ebenfalls verletzte Personen. Es ist nicht möglich, eine genaue Anzahl der verletzten Personen zu erfragen. Von den Anrufern wird die Anzahl aber von mindestens über 30 angeben Der Disponent löst daraufhin MANV 2 Alarm (25 bis 49 Verletzte Personen) für den Kreis Borken aus. Zusätzlich wurde der Löschzug Groß Reken alarmiert. Die Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge werden direkt zur Einsatzstelle geführt. Die weiteren Fahrzeuge, die nicht unmittelbar zum Aufbau des MANV Behandlungsplatz (RTW. KTW zum Abtransport der Verletzten) gehören oder für die Schadenslage (Einsatzreserven) benötigt werden, werden angewiesen den Bereitstellungsraum Pendlerparkplatz anzufahren.

Lage bei Eintreffen:

Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellt sich folgende Lage dar: Auf der linken von zwei Fahrspuren, die über den Rastplatz führen, steht am Ende des ca. 160m langen Fahrstreifens ein Reisebus quer zur Fahrbahn, zwischen dem Reisebus und der Böschung zur Autobahn befindet sich ein PKW, der auf der Seite liegt. Vor dem Reisebus steht auf dem Parkstreifen ein vorschriftsmäßig abgestellter LKW, mit dem der Reisebus kollidiert ist. Auf der Rasenfläche neben den Unfallfahrzeugen hat sich schon eine Verletztenablage mit ca. 17 verletzten Personen gebildet. Eine weitere Verletztenablage mit ca. 14 verletzten Personen hat sich auf der Fahrspur hinter dem Reisebus gebildet. In dem Reisebus befinden sich noch ca. 20 verletzte Personen, des weiteren sind überall auf dem Rastplatz verletzte und betroffene Personen aufzufinden. Betriebsstoffe wie Diesel oder ähnliches laufen nicht aus.

Geplant wurde die Übung von Dieter Wanders Hauptbrandmeister der Feuerwehr Heiden, Kreisbrandmeister Johannes Thesing und Dr. Peter Wagener ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Borken. Ca. 200 Einsatzkräfte aus Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit insgesamt 55 Fahrzeugen Teil der Übung. Die Planung dieser organisationsübergreifenden Übung benötigte eine rund zehnmonatige Vorbereitung der 3 Initiatoren. Nicht zuletzt das Zusammenspiel von insgesamt 350 Beteiligten erfordert eine solch zeitintensive Planung. Einen nicht unerheblichen Anteil am großen Erfolg tragen die RUD (realistische Unfalldarsteller). Die aus dem gesamten Münsterland zusammen gezogenen Darsteller wurden aufwendig geschminkt, um den Rettungskräften mit realistischen Verletzungen bestmögliche Übungsbedingungen zu schaffen.

Dafür gebührt allen Beteiligten, insbesondere den Organisatoren, ein großes „Danke Schön“ für ihr Engagement.